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Burg Kirspenich

Geschichte:
Dem Namen nach ist der Ort Kirspenich keltisch-römischen Ursprungs, wird aber erstmals genannt 893 im Güterverzeichnis der Abtei Prüm, von der ihn wenig später die Grafen von Are zu Lehen tragen. 1166 wird ein Geschlecht von Kirspenich aktenkundig, das sich nach dem Adelssitz am Ort genannt haben muß. Gerlach von Dollendorf, der auch die Arloffer Burg erbaute, besaß 1278 Kirspenich, und auf ihn wird der viereckige Wohnturm aus Bruchstein zurückgehen, der dem zu Arloff so ähnlich ist und den er im selben Jahr dem Kölner Erzbischof zu Lehen auftragen muß, nachdem er in dessen Gefangenschaft geraten war. Schon 1301 wird zu Kirspenich ausdrücklich eine Wasserburg mit separater Vorburg erwähnt, die der neue Besitzer Gerhard von Alfter dem Grafen von Jülich als Offenhaus anbietet. Die Burg blieb aber unter der Gerichtsbarkeit von Köln, eine der Merkwürdigkeiten der Zeit, die in den Territorialkriegen geklärt werden sollten. Wohl auch noch im 14. Jh. wurde der Turm um mindestens zwei Stockwerke erhöht.

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Eine wasserumwehrte Vorburg hat es sicher auch schon früh gegeben, und der unregelmäßige Grundriss der heutigen Vorburginsel spricht für deren Entstehung vor dem 14. Jh.. Obwohl im 16. Jh. der Turm um einige Anbauten erweitert wurde, blieb Kirspenich für einen ernstzunehmenden landtagsfähigen Adelssitz zu klein, wurde daher nur von Pächtern bewohnt und entsprechend ausgebaut, aber immer auch weiter befestigt, wovon der Unterbau eines Zwingerturmes an der Südecke zeugt.

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Die Freiherren von Friemersdorf gen. Pützfeld besaßen die Burg im 18. Jh. und errichteten das barocke Wohnhaus in der vordergründigen Erscheinung einer Maison de Plaisance, das sich an den Turm anlehnt und einen Gebäuderest des 16. Jh. einschließt. Hierin und im Turm gibt es noch einige farbige Deckenmalereien der Zeit. Anfang des 20. Jh. war die Anlage Gaststätte und wurde um einige Nebengebäude und den großen Tanzsaal erweitert. Nach jahrzehntelangem Verfall ist die Burg in den 1990er Jahren aufwendig restauriert worden, wobei gelegentlich des Guten zuviel getan wurde. Heute beherbergt sie Wohnungen und Büros.

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Dennoch ist ihre wechselvolle Vergangenheit noch durch eine gesunde Substanz und interessante Details repräsentiert, wenn auch ihre ehemalige Alleinlage am Ortsrand mehr und mehr von unpassender Neubebauung zugewuchert wird.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Kirspenich, Stadt Bad Münstereifel, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 6) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 4) führen direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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